Hinzuverdienstgrenzen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

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Es kommt häufig zu der Frage, welche Hinzuverdienstgrenzen in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gelten. Allein schon die Unterscheidung zwischen privater Berufsunfähigkeitsrente und gesetzlicher Erwerbsminderungsrente führt in der Praxis zu völlig unterschiedlichen Vorgehensweisen.

Unterscheidung Berufs- und Arbeitsunfähigkeit

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zur Leistungspflicht einer Versicherung liegt in der Unterscheidung zwischen Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit. Man kann berufsunfähig sein und trotzdem einer Arbeit nachgehen. Während die privaten Versicherungen auf Berufsunfähigkeit im Leistungsfall abstellen, sind die gesetzlichen Versicherungen (Deutsche Rentenversicherung) auf die generelle Absicherung der Arbeitskraft im Rahmen der Erwerbsminderungsrenten fokussiert.

Im Gegensatz zur Deutschen Rentenversicherung (hier sind die Hinzuverdienstgrenzen auf maximal 450 Euro festgelegt – Abweichungen im Einzelfall anhand von Entgeltpunkten möglich…) gibt es bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung keine festen Einkommensgrenzen. Die neue berufliche Tätigkeit wird ausschließlich an der bisherigen Lebensstellung bemessen. Die Lebensstellung definiert sich dabei durch das berufliche Einkommen und die soziale Wertschätzung des früheren Berufes.

Fazit: Die neue Berufstätigkeit darf die bisherige Lebensstellung nicht erreichen. Die meisten Berufsunfähigkeitsversicherer legen hierfür das neue Einkommen zugrunde. Wenn dieses 75 bis 80 % des früheren Einkommens übersteigt, dann ist die BU-Rente gefährdet. Neben der reinen Einkommensbetrachtung, ist die soziale Wertschätzung der neuen beruflichen Tätigkeit zu beurteilen. Hier wird überprüft, ob die Nebentätigkeit mit der ursprünglichen Tätigkeit vergleichbar ist und deren Wertschätzung entspricht. Grundsätzlich ist die Weiterführung der Tätigkeit ein Indiz für das Nichtbestehen einer Berufsunfähigkeit. Nur wen die versicherte Person darlegen und beweisen kann, dass die Weiterführung einen Raubbau an der Gesundheit darstellt oder die Tätigkeit vom Mitwirken und Wohlwollen von Dritten abhängt, ist ein Rentenanspruch aufrecht zu erhalten.

Holger Timmermann ist Experte für Bedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung und bietet neben Schulungen und Online-Workshops auch eine eigene Analyse-Software an. Für blau direkt ist Holger Timmermann der Bedingungswerkspezialist, der die Abfragen in den BU-Detailauswertungen entwickelt und auswertet.

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Avatar von Tobias Bierl
Tobias Bierl am 20.12.2017 um 15:04 Uhr

Freu mich auf 2018, wenn Holger Timmermann dann auch offiziell bei blau direkt ist & bin auch gespannt auf den neuen BU-Rechner für einen ersten, groben Vergleich. Zeit wird es ja endlich :-).

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