Warum ein Scheitern von Jamaika gut ist…

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Da sind sie nun also geplatzt die Sondierungsgespräche.

Wie üblich kommen nun die Diskussionen auf, wer daran schuld ist und was man nun machen kann oder nicht kann. Ob die FDP das geplant hatte, ob das konsequent oder nur wahltaktisch ist, etc.pp.

Mir egal. Das die Koalitionsgespräche gescheitert sind, ist ein Segen für uns, und zwar aus einem vollkommen anderen Grund, als Du vielleicht denkst…

Jamaika, Groko, piepegal

Zunächst einmal möchte ich festhalten: Mir geht es nicht um die politische Richtung. Die fände jeder so gut, wie er sie halt gut fände.

Im Kern meiner Betrachtung steht mehr die Frage, was die nächste Regierung uns bringt.

Es wird zu den Aufgaben der nächsten Regierung gehören, relativ zügig die Auswirkungen des LVRG zu beurteilen und dann eventuell Folgeregelungen zu treffen. Wir wissen schon, dass die beabsichtigte Auswirkung des LVRG – einer Reduzierung der Kosten für den Kunden – nicht in einem Maß stattgefunden hat, mit dem die BAFin sich zufrieden zeigt. SPD, CDU, Linke, Grüne, CSU haben sich sämtlich für eine Kürzung oder sogar Abschaffung der Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung ausgesprochen. Lediglich die FDP war dagegen, aber für die FDP ist  das Thema eher unwichtig und wäre nicht Grund genug diesbezüglich politischen Druck auszuüben.

Mit anderen Worten: Egal, welche Regierungskoalition käme, sie würde aktuell eine Provisionskürzung mit sich bringen. Das Schlimmste daran wäre nicht einmal, dass sich unsere Einnahmensituation nachhaltig reduziert, sondern die Kurzfristigkeit und die Unvorhersehbarkeit. Wir müssen schon jetzt unsere Ausgaben für 2018 planen, wissen aber nicht, in welchem Ausmaß und zu wann unsere Einnahmen „wegregiert“ werden.

Alles verschiebt sich

Aufgrund der augenblicklichen Stimmungslage in der Politik hätten Vermittler bei einer Befassung mit den Auswirkungen des  LVRG unvermeidlich schlimme Einbußen hinnehmen müssen. Ursprünglich wollte sich die Regierung mit den Folgen des LVRG im April 2018 beschäftigen. Durch die erwartete lange Zeit zur Regierungsbildung hat sich das schon einmal nach hinten verschoben. Nun ist die Regierungsbildung gescheitert. Falls es zu Neuwahlen kommt, werden die nicht vor März 2018 stattfinden und damit würde eine Regierungsbildung sich entsprechend weit nach hinten verschieben. Alles bleibt bis dahin liegen und verschiebt sich. Eine zu erwartende Provisionskürzung ist damit auch nicht vor 2019 zu erwarten. Das gibt uns ein Jahr Verdienst- & Beschäftigungssicherheit in unseren Betrieben. Und wer weiß, wie sich die Stimmungslage bis dahin ändert. Bis 2019 ist es noch lang.

Wirtschaft brummt

Die Wirtschaft brummt ordentlich und auch sonst gibt es aktuell kaum wirkliche Brennpunkte, die einer akuten Lösung bedürften. In der Vergangenheit waren die hektischen ständigen Änderungen und Erweiterungen gesetzlicher und bürokratischer Neuregelungen eher ein ständiger Quell wachsender Kosten und Belastungen für unsere Branche. Ich kann gut mal eine gewisse Zeit darauf verzichten, ständig mit neuen Belastungen versehen zu werden, die im Gegenzug wenig bis nichts an Verbesserungen bringen. Sich ständig in seine Arbeit hinein regieren lassen zu müssen, war in den letzten Jahren wahrlich keine Freude. Manchmal ist „keine Regierung“ einfach besser für alle. Das hat jetzt erst mal geklappt. Gut so!

Geschäftsführer & Mitgründer von blau direkt. Buchautor des Bestsellers „Wie man perfekt Frauen aufreißt…“, welches sich speziell dem Internetmarketing für mittelständische Unternehmer widmet.

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Avatar von Mario Strehl
Mario Strehl am 21.11.2017 um 16:15 Uhr

In Belgien dauerte es 541 Tage, bis eine Regierung stand.

In dieser Zeit wurden kaum neue Gesetze erlassen und die Wirtschaft hat sicher hervorragend erholt.

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