Kündigungsfristverkürzung: Ein Mittel zum Zweck

Die Kündigungsfristverkürzung verschafft Euch generell, aber insbesondere im Jahresendgeschäft, Zeit. Zeit, die Ihr benötigt um Bestands- und Neukunden über den 30. September hinaus bedarfsgerecht zu beraten, trotz der Hauptfälligkeit zum 01. Januar. Ihr verschafft Euch weitere zwei Monate, in der Ihr Risiken neu bewerten und umdecken könnt.

Wie ist der Ablauf?

Der Wunsch nach Kündigungsfristverkürzung muss dem Versicherer vor dem Ablauf der regulären Kündigungsfrist angezeigt werden. Der Versicherer muss dieser Fristverkürzung zustimmen. Sie kann nicht einseitig ausgesprochen werden. Bitte lasst Euch die Kündigungsfrist von dem Versicherer schriftlich bestätigen. Geht sie „verloren“, habt Ihr nichts in der Hand und der Vertrag läuft ggf. ein weiteres Jahr.

Beispiel: Die Betriebs-HV endet zum 01. Januar 2017. Die ordentliche Kündigung muss demnach bis zum 30. September 2017 dem Versicherer vorliegen. Vereinbart Ihr allerdings noch vor dem 30. September (Bestätigung durch den Versicherer erforderlich) eine Kündigungsfristverkürzung auf einen Monat, gewinnt Ihr zusätzliche Zeit bis zum 30.November.

Mustertext:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Auftrag unseres Mandanten, Firma/Herrn/Frau….mit der Vertragsnummer ….. beantragen wir fristgerecht eine Kündigungsfristverkürzung auf einen Monat, zum 30.11.2017. Bitte stimmen Sie der Kündigungsfristverkürzung zu und senden eine schriftliche Bestätigung an…..

Mit freundlichen Grüßen

Hinweis
Übernehmt Ihr als Makler die Kündigungsfristverkürzung, vergesst nicht den Maklerauftrag beizufügen.
In Servicecentern geht schon mal etwas unter, daher empfehle ich den Maklerbetreuer als Empfänger.

Ulf Papke ist ein langjähriger Maklerpartner von blau direkt. Er widmete sich dem Aufbau von „Bürgschaft24.de“ und sammelte viel Erfahrung in der Projektleitung des Softwareprodukts „Terminpilot". Nun ist Ulf Papke Gründer und Geschäftsführer von der digitalen Gewerbeplattform „bi:sure“.

13 Kommentare

Avatar von Mario Strehl
Mario Strehl am 15.09.2017 um 11:25 Uhr

Cooler Tipp. Danke.

Avatar von René Schmidtke
René Schmidtke am 15.09.2017 um 17:19 Uhr

Das kannte ich so nicht. Vielen Dank für diesen Tipp.

Avatar von Daniel Oddo
Daniel Oddo am 15.09.2017 um 17:32 Uhr

Und kurz vor dem Wochenende wieder was gelernt – herzlichen Dank

Avatar von Falk Leibenzeder
Falk Leibenzeder am 15.09.2017 um 18:13 Uhr

Super Tip Danke.. Gilt das für alle Verträge oder nur Gewerbe?

Avatar von Timo Fuhrmann
Timo Fuhrmann am 15.09.2017 um 22:08 Uhr

Das ist sogar für „ALTE HASEN“ was Neues. Danke für die Info.

Avatar von Tanja Menz
Tanja Menz am 15.09.2017 um 22:41 Uhr

Sehr geehrter Herr Leibenzeder,
das gilt für Komposit, Gewerbe, Privat und Kfz (hier verkürzt man i. d. R. auf 2 Wochen.
Der Versicherer muss dem nicht zwangsläufig zustimmen. Ich hatte bisher nur eine Ablehnung, von der Provinzial.
Bitte beachten, dass die Verkürzung auch für den Versicherer gilt.

Avatar von Simone Fückel
Simone Fückel am 16.09.2017 um 19:02 Uhr

Das gilt für alle Verträge. Wir wenden das auch schon seit einigen Jahren ab und zu an, wenn es gar zu knapp wird. Und wir haben gute Erfahrungen damit gemacht.

Avatar von Dietmar Linde
Dietmar Linde am 17.09.2017 um 17:46 Uhr

Guter Tip.
Es kann auch eine gänzliche Aussetzung beantragt werden. Dann gibt es drei Monate mehr Zeit.
Zudem sollte der Mustertext ergänzt werden um den Zusatz „einseitig zu Gunsten des VN“. Warum? Weil sonst auch der Versicherer noch kündigen kann.
Es fehlt der Hinweis, dass dieses Instrument nur angewandt werden sollte, wenn wirklich mal erforderlich. Bei inflationärer oder rein vorsorglicher Nutzung werden die Versicherer irgendwann blocken.

Avatar von Manuel Müller
Manuel Müller am 21.09.2017 um 15:53 Uhr

Danke für den Hinweis. Wir nutzen das auch schon bei Bedarf. Ich habe das richtig in Erinnerung, das es sich um ein freiwilliges Zugeständnis der Versicherers handelt, oder gibt es eine Verpflichtung für den VR zuzustimmen.

Avatar von Jan Moudry
Jan Moudry am 21.09.2017 um 20:08 Uhr

Interessanter Tip, danke! Allerdings brauchen nicht wenige Versicherer mehrere Wochen für die Bearbeitung von Kündigungen. Da wird dieses Ansinnen auch so lange liegen, bis es sich von selbst erledigt hat. Oder?

Avatar von Bernhard Becker
Bernhard Becker am 22.09.2017 um 6:32 Uhr

Das funktioniert auch bei der PKV. Hab ich letztes Jahr gebraucht.

Avatar von Tanja Menz
Tanja Menz am 22.09.2017 um 10:57 Uhr

Hallo Herr Moudry,
bitte sende Sie die Kündigungsfristverküzung immer an die Maklerbetreuer, i. d. R. reagieren diese schneller und ansonsten erinnern Sie per Mail und/oder telefonieren hinterher, sonst passiert genau dass, was Sie vermuten.

Avatar von Frederike Burmeister
Frederike Burmeister am 26.09.2017 um 18:19 Uhr

Bin auf der Suche nach der Kündigungsfristverkürzung auf diesen Artikel gestoßen und bin sehr dankbar !

Herzlichen Dank !

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