Studie belegt: Kinder sind gut für die Gesundheit

Eltern sind seltener krank, als Kinderlose. Dies hat der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse ergeben. Trotz Doppelbelastung zählen berufstätige Väter und Mütter weniger Fehltage und bekommen seltener Medikamente verordnet als Kollegen ohne Kinder.
Das diesjährige Schwerpunktkapitel „Gesundheit zwischen Beruf und Familie“ befasst sich mit der Gesundheit von Personen im mittleren Erwerbsalter. Sowohl die Erziehung von Kindern als auch das berufliche Fortkommen stellen in dieser Lebensphase besondere Anforderungen an Berufstätige. Obwohl sich der damit verbundene Stress negativ auf die Gesundheit auswirken könnte, seien Eltern grundsätzlich gesünder, als Menschen ohne Kinder – so das Ergebnis der Studie.

Das traditionelle Familienbild ist passé

Bei den Daten der Studie muss man anmerken, dass Kinder nur dann im System registriert werden, wenn sie Relevanz für die Krankenkasse haben. Diese Relevanz besteht, wenn die Kindern über eine versicherte Person mitversichert sind. Sind beide Elternteile erwerbstätig, sind die Kinder nur über ein Elternteil und nicht über beide registriert. Das wiederum führt dazu, dass nicht alle Eltern als solche identifiziert werden und bei der Studie berücksichtigt werden konnten.
Das traditionelle Familienbild kann 2015 nicht mehr über die Familienversicherung bestätigt werden, da nur 15 % der männlichen erwerbstätigen mit (Ehe-)Partner familienversichert waren – was darauf schließen lässt, dass die oder der Partner/-in eigens über eine Erwerbstätigkeit versichert ist. Mit mindestens einem Kind familienversichert waren dabei 32,8 Prozent der Erwerbstätigen im mittleren Erwerbsalter. Im Durchschnitt wurden 1,63 Kinder pro Erwerbstätigem familienversichert. Im Vergleich wurden deutlich mehr Kinder über weibliche Erwerbstätige versichert als über männliche.

Frauen sind häufiger krank als Männer

Frauen haben allgemein eine höhere Anzahl an Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tage) als Männer. Der Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen ist hier im mittleren Erwerbsalter marginal. Mit steigendem Alter sind die AU-Tage bei Erwerbstätigen ohne Kinder jedoch deutlich höher als bei Eltern. Dr. Thomas Grobe vom Auqua-Institut erklärt: “Die Schere wird mit zunehmendem Alter immer größer. Bei den über 55-Jährigen beträgt die Differenz über eine Woche.“

Eltern sind seltener psychisch erkrankt

Einen signifikanten Unterschied gibt es bei psychischen Erkrankungen. Allgemein haben weibliche Erwerbstätige deutlich mehr AU-Tage auf Grund von psychischen Störungen als Männer, jedoch gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen. Ab dem Alter von 25 Jahren haben Männer ohne Kinder eine höhere Anzahl an AU-Tagen auf Grund einer psychischen Erkrankung als Männer mit Kindern.
Eltern weisen im gesamten Vergleich eine geringe Fehlzeiten auf Grund von psychischen Krankheiten auf als Kinderlose. Lediglich kurz nach dem mittleren Erwerbsalter haben die Frauen mit Kindern eine 10-jährige Periode in der sie häufiger wegen psychischen Störungen fehlen, als ihre kinderlosen Altersgenosse. Dieses Phänomen lässt sich auf verschiedene Gründe zurück führen, wie das Umfeld, die Partnerschaft und die Entscheidungen für oder gegen Kinder.

Mütter nehmen seltener Medikamente ein

Allgemein gesehen werden in jungen Jahren Frauen mehr Arzneien verschrieben als Männern, die Männer überholen die Frauen aber deutlich um die 40 herum. Ab dem Ende des mittleren Erwerbsalters holen die Kinderlosen auf und nehmen, mit jeweils fast 100 verordnete Tagesdosen je Versicherungsjahr, mehr als die Eltern.
In Zusammenhang stehend mit der vorangegangenen Analyse der psychischen Krankheiten sind dies Arzneiverordnungen für das Nervensystem, wie Psychpharmaka. Auch hier werden Frauen allgemein mehr Arzneien verschrieben, jedoch liegt der Wert der Erwerbstätigen ohne Kindern konstant mit knapp vier verordneten Tagesdosen pro Versicherungsjahr deutlich über dem Wert der Eltern.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich eine Tendenz des Gesundheitszustandes von Erwerbstätigen mit oder ohne Kindern erfassen. Vor allem im höheren Alter, ab 50 Jahren, sind die Erwerbstätigen mit Kindern in einem besseren Gesundheitszustand als diejenigen ohne Kinder. Auch Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK äußert sich erfreut über dieses Ergebnisse: „ich [finde] es gut und wichtig zu zeigen, dass Familie auch eine Ressource ist, die positiv auf die Gesundheit wirkt.“ Es liegt nun an den Betrieben und an den Krankenkassen eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen, da sich diese offensichtlich auch positiv auf Unternehmen auswirken kann.

Geschäftsführer & Mitgründer von blau direkt. Buchautor des Bestsellers "Wie man perfekt Frauen aufreißt...", welches sich speziell dem Internetmarketing für mittelständische Unternehmer widmet.

1 Kommentar

Avatar von Sebastian Sprenger
Sebastian Sprenger am 12.03.2017 um 9:21 Uhr

Es ist gegebenenfalls auch sinnvoll, sich von den eigenen Kindern im Alter pflegen zu lassen, beziehungsweise macht es Sinn Kinder zu haben, um die späteren Sozialsysteme und Fachkräftestellen adäquat zu besetzen…

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