Rede zur Lage der Nation…

Normalerweise erwartet man eine Rede zur Lage der Nation vom Bundespräsdienten oder aus dem Kanzleramt.

Es gibt Gründe, warum diese Rede diesmal von einem außerparalamentarischen Sprecher gehalten wird.

Wer Interesse an Demokratie und Freiheit hat sollte diese Stunde sicher investieren.

Was ist Ihre Meinung zum Thema?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Geschäftsführer & Mitgründer von blau direkt. Buchautor des Bestsellers „Wie man perfekt Frauen aufreißt…“, welches sich speziell dem Internetmarketing für mittelständische Unternehmer widmet.

3 Kommentare

Avatar von Frank Kohrt
Frank Kohrt am 10.06.2014 um 11:11 Uhr

Obwohl das Thema extrem wichtig ist und obwohl Sascha Lobo inhaltlich sehr viel rüber bringt, werden aus meiner Sicht so keine „Menschenmassen“ zum aktiven Handeln motiviert. Einfach zu langatmig. Schade, denn es wäre, wie Sascha schon sagte, zwingend erforderlich.

Avatar von Oliver Pradetto
Oliver Pradetto am 11.06.2014 um 7:28 Uhr

Das ist sicher richtig. Die Re:publica ist allerdings auch eher so etwas wie eine Nerd-Veranstaltung. Da hat er wohl schon den richtigen Ton getroffen. 🙂
Die Masse ist wohl eher um die Bekassine besorgt… 😉

Avatar von Thomas Kobert
Thomas Kobert am 12.06.2014 um 17:46 Uhr

Hallo Herr Pradetto,
zunächst ich finde es klasse, dass Sie auch solche kritischen Stimmen hier veröffentlichen. Auch, bzw. gerade das zeigt mir immer wieder, das blau der richtige Partner für mich ist.
Ich fasse mich jetzt so kurz, wie es geht, muss aber manchmal etwas ausschweifen und kann das Problem nur anreißen.Es gäbe noch viel mehr dazu zu sagen.
Als Überschrift wähle ich mal einen Spruch der Friedensbewegung aus meinen »jungen« Jahren, leicht abgewandelt:
Stell Dir vor die Demokratie wurde abgeschafft und keiner hat´s mitbekommen.«
Herrn Lobo stimme ich voll zu, ich denke jedoch, das Problem geht wesentlich weiter. Nicht nur die Überwachungssituation im Internet gefährdet die Demokratie, sondern das ist lediglich ein Symptom für bestimmte Bestrebungen, die Demokratie auszuhöhlen. Ja ich würde noch einen Schritt weiter gehen und mal die Frage stellen: »Leben wir noch in einer Demokratie?« Während meines Studiums Ende der 80er Jahre hätte der reaktionärste, konservativste CDU/CSU´ ler dieses Attribut einer Gesellschaft, die der heutigen entspricht abgesprochen. Der Demokratiebegriff definiert sich nicht nur über Wahlen, es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren, die ausschlaggebend sind. Ich begründe das hier nicht weiter, denn das würde mehrere Seiten lang sein. Nehmen wir`s einfach mal als gegeben, dann stellt sich die Frage: »Warum ist das so?«
Die Antwort darauf lautet m.E., wir sind zu satt. Wir können jegliche Luxusgüter konsumieren, haben keinen Hunger, und wenn uns langweilig ist, können wir Verdummungsfernsehen auf RTL2 anschauen. Da werden dann die wirklich wichtigen Probleme behandelt. (So al la Assi betrügt seine Frau und ein Detektiv klärt es auf) Die Funktion in der Gesellschaft ist fatal: Schau doch mal, wie es den anderen ergeht. Und das lenkt natürlich vor echten Problemen ab. Des Weiteren tragen Shows wie DSDS ebenfalls dazu bei, sie vermitteln auch Du kannst es schaffen ganz groß rauszukommen und dafür brauchst Du nicht einmal langen Atem. Die Folge: Die Fruststationstoleranzgrenze sinkt. Ein Beispiel dazu: Mein Sohn (22) erklärte mir neulich (im Zusammenhang mit dem NSA-Angriff, was so alles faul ist in Deutschland. Ich gab ihm völlig recht und stellte ihm die Frage und warum machst Du nichts dagegen? Seine Antwort war: Ich bin es leid, mir dauernd für die Anderen den Ar…h aufzureißen, damit es besser wird. Ich musste echt lachen: Was hast Du denn bitte bisher gemacht, wenn ich Dich nicht schier dorthin geprügelt hätte, dann wärst Du ja nicht mal zur ACTA-Demo mitgegangen (Er meinte, es wäre zu kalt). Seine völlig ernst gemeinte Antwort war: Ich hab Unmengen an Internetpetitionen unterzeichnet. Ich denke, das spiegelt das Bild der neuen »Protestgeneration« wieder. Dass das so kam, müssen wir uns aber selber auf die Fahne schreiben. Irgendwie haben wir es nicht geschafft, einen bestimmten kritischen Widerspruchsgeist zu vermitteln. Und das ist genau ist die Problematik, von der Sascha Lobo am Anfang sprach: Die Eltern spenden für die Bekassine und die Kinder interessieren sich zwar für diverse echte Probleme, aber sie tun eben nichts. Probleme werden wie Virtual Reality Spiele betrachtet, im nächsten Level interessiert mich das nicht mehr. So jetzt will ich aber nicht die Schuld den jüngeren in die Schuhe schieben und doch naturgemäß ist es immer die Generation der ganz Jungen gewesen, die Proteste getragen hat.
Bei ehemaligen Mitstreitern habe ich erstaunliche Wandlungen, die meist mit steigendem Einkommen einhergehen, feststellen können: Ehemalige Kommunisten wählen heute CDU, Grüne halten Atomkraft für ein notwendiges Übel (na das hat sich ja inzwischen anderweitig geklärt – oder doch nicht? Das wird die Zukunft zeigen) und Friedensaktivisten finden es ganz OK, dass wir in Kriege involviert sind.
Und genau deshalb regt sich niemand wirklich über die NSA-Spähaffäre auf. Nun eine Affäre ist ja auch etwas, das vorbei geht, eine Affäre eben. Jung nicht und alt nicht. Alle tuen nur empört. Aber was macht das denn wirklich? Alles funktioniert doch wie früher, das Internet steht deshalb ja nicht still. Warum also aufregen?
Ich fasse es nochmal zusammen: Wir sind satt!
In zwei Punkten möchte ich Sascha Lobo widersprechen:
1. Die NSA- Affäre, diesen kriegerischen Akt gegen das deutsche Volk (natürlich auch gegen alle anderen Völker) mit einem Meteoriteneinschlag zu vergleichen ist von den Ausmaßen schon mal ganz gut, aber solch ein Einschlag ist nicht gewollt. Der passende Vergleich wäre hier m.E. eher ein nuklearer Terroranschlag, da steckt Absicht dahinter.
2. Der Aufruf zum Marsch durch die Institutionen – das funktioniert nicht. Es hat nicht funktioniert, sonst wäre vieles nicht so, wie es heute ist und es wird nicht funktionieren. Denn auf dem Weg dorthin werden die Ideale korrumpiert. Schein zu sehen an meinen ehemaligen Mitstreitern und an denen, die es gewagt haben. Ich verkneife mir jetzt einen Kommentar zu den Politikern, die den Marsch Mitte der 70Ger Jahre angetreten hatten.
Und als letztes noch: Ich empfehle jedem, sich den Amtseid der Bundeskanzlerin anzuschauen. Den hat sie geschworen und m.E. spätestens im Umgang mit der NSA-Geschichte gebrochen.

Ich weiß, dass diese Aussagen für Viele die das lesen provokant sind und nur punktuell die Thematik anreißen. Aber dieser Kommentar ist sowieso schon viel zu lang geworden. Ach ja eines noch: Wenn ich die Jungen und alle schreibe, so weiß ich doch, dass es Ausnahmen gibt.

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